Alte Donau

Zwischen Kraut und Booten: Angeln an der Alten Donau

von Stefan Tesch

Die Alte Donau ist das bekannteste City-Gewässer Wiens. Sie beherbergt riesige Fische, doch ist die Fischerei neben Schwimmern, Seglern und Tretbooten eine Nummer für sich. Hinzu kommt der extreme Krautbewuchs.

Fisch Ahoi hat die wichtigsten Infos über die Alte Donau und die Fischerei in diesem Revier zusammengetragen.

Das Gewässer

Fakten

Die Alte Donau ist ein 160 Hektar großes, stehendes Gewässer in Wien, hervorgegangen aus einem ehemaliger Altarm der Donau. Sie gliedert sich in die „Obere Alte Donau“ (Gewässerbereich nördlich der Wagramer Straße; vorwiegend im Bezirk Floridsdorf), sowie in die „Untere Alte Donau“ (südlich der Wagramer Straße; inklusive Kaiserwasser und Strandbad Gänsehäufel).

Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 2,5 Meter, die maximale bei 6,8 Metern. Aufgrund der geringen Tiefe kann die Wassertemperatur im Sommer bis zu 30 Grad betragen.

Wasserpflanzen-Problematik

Nach Problemen mit der Wasserqualität in den 90er Jahren, setzte die Stadt Wien eine chemische Notmaßnahme, die alle Wasserpflanzen vernichtete. Das Wasser konnte damit vor dem „Kippen“ gerettet und massives Fischsterben vermieden werden. Seither ist das hochwüchsige „Tausendblatt“ (in Wien auch als „Schlingpflanze“ bekannt) die dominante Unterwasserpflanze. Da die Alte Donau als Naherholungsgebiet fungiert und von Wassersportlern wie Seglern, Paddlern, Ruderer und Schwimmern stark genutzt wird, hält die Stadt Wien den Pflanzenwuchs mit Mähen in Zaum. Link zur Wasserqualität.

Starker Krautbewuchs macht das Fischen zur Herausforderung.

Fischerei & Bestand

In der Alten Donau kommen alle in Ost-Österreich üblichen Fischarten vor, so etwa Karpfen, Hecht, Wels, Zander und diverse Weißfischarten. Hoher Nährstoffgehalt, viele Wasserpflanzen und hohe Temperaturen lassen die Fische gut wachsen – dafür ist die Alte Donau auch bis über die Landesgrenzen bekannt. In Zahlen sind das Hechte bis 1,3 Meter und Karpfen bis knapp 40 Kilo.

Hinsichtlich Methoden kann man sich an der Alten Donau austoben: Spinn- und Schleppfischen auf Hecht, Wels und Barsch. Ansitzangeln auf Karpfen sowie Naturköderangeln auf Raubfische.

Ein großer Hecht aus der Alten Donau.

Remmidemmi am Wasser

An schönen Tagen ist gefühlt halb Wien an der Alten Donau, entweder schwimmend oder auf ausgeborgten Elektrobooten, Tretbooten, Segelbooten und auf Stand-up-Paddel-Boards, unterwegs. Hinzu kommen Ruderboote, die vorwiegend in der Früh trainieren und hie und da auch unter tags eine Regatta abhalten.

Für Fischer ist das freilich keine einfache Situation, denn naturgemäß ist das Verständnis von Nicht-Fischern für unsere Hobby nicht sehr groß. Bei Schönwetter in den wärmeren Monaten empfiehlt es sich daher, entweder in der Früh oder am Abend und in der Nacht zu fischen. Ansonsten schlägt an Schlechtwettertagen die Stunde der Fischer.

Darüber hinaus muss man sich als Fischer des starken Krautbewuchses bewusst sein. Besonders beim Schlepp- und Spinnfischen sollte man auf flachlaufende Köder setzen sowie Bereiche ausfindig machen, wo wenig Kraut wächst.

Bestimmungen

Die wichtigsten Bestimmungen für die Alte Donau:

  • Die Fischersaison erstreckt sich von 1. März bis 31. Dezember
  • Nachtfischen ist erlaubt, jedoch nur an drei aufeinanderfolgenden Tagen pro Kalenderwoche
  • Fischen vom Boot ist erlaubt (Elektromotor erlaubt, Verbrenner verboten)
  • Verbot von Futterbooten, Echoloten und sonstiger Elektronik für Unterwasser
  • Anfüttern: zwei Handvoll pro Tag
  • Schleppfischen erlaubt

Lizenzen

Bewirtschafter der Alte Donau ist der Verein Österreichische Fischereigesellschaft. Wegen der großen Beliebtheit dieses Reviers sind Jahreslizenzen schwer zu bekommen bzw. mit langen Wartezeiten verbunden. Der Preis liegt bei 390 Euro. Bis zu fünf Jahre, so sagt man, dauere die Wartezeit. Um schneller an die Alte Donau zu kommen, gibt es den Weg über die 1.125 Euro teure „Generallizenz Donau“, in der auch die Alte Donau enthalten ist. Ebenso ist sie Teil weiterer Kombi-Lizenzen des Vereins.

Tageskarten sind hingegen immer zu bekommen bei: Gehr Boote, A-1220 Wien, Fischerstrand 21, Tel.: 269 07 41. Kosten: 45 Euro für Mitglieder und 60 Euro für Nicht-Mitglieder; erhältlich von 1. Juni bis 30. September. Achtung: Nachtfischen verboten. Jahreslizenznehmer können im Rahmen einer verbilligten Gästekarte Personen mitnehmen.

Voraussetzung für jegliche Lizenzen an der Alten Donau ist der Besitz der Amtlichen Fischerkarte für Wien bzw. die Gästekarte (zweitere wird bei der Tageskarten-Ausgabestelle ausgestellt).

Die besten Lokale

Wenn man schon an einem City-Gewässer fischt, dann hat man das Privileg, von Gastronomie umgeben zu sein. Hier ein paar Tipps für eine Einkehr:

  • La Crêperie: Französische Küche in Floridsdorf, mit vielen Sitzmöglichkeiten direkt am Wasser. Tipp: Gourmet-Floßfahrt
  • Birner: Ur-Wiener-Wirtshaus mit terrassenartigem Gastgarten am Wasser
  • Zum Straba: Die Kantine des „Straßenbahnerbades“ ist in Wahrheit ein riesiges SB-Wirtshaus, das ganzes Jahr geöffnet hat. Großer, schattiger Gastarten und eigener Steg, damit auch Bootfahrer anlegen können