Angelmarken

Die Welt der Angelmarken: Viele in wenigen Händen

von Stefan Tesch

Pure Fishing, Svendsen Sport, Rapala VMC, Zebco – Der Großteil aller Angelmarken gehört wenigen Konzernen. Fisch Ahoi mit einem Überblick.

Welche Marke gehört zu welchem Unternehmen? Die folgende Grafik zeigt die Strukturen hinter der Welt der Angelmarken.

Pure Fishing

Fressen und gefressen werden: Das US-Unternehmen Pure Fishing wurde 2007 von Jarden Corp gekauft. Neun Jahre später schlug Newell Brands, ein US-Konsumgüterkonzern (dazu gehören etwa die Rubbermaid-Boxen) mit rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz und 53.000 Mitarbeitern, zu und verleibte sich Jarden um kolportierte 18 Milliarden US-Dollar ein. Kurz darauf wurde Jarden aufgelöst, Pure Fishing aber blieb bestehen und ist heute Heimat vieler bekannter Marken, vorwiegend aus den USA. Gerüchten zu Folge könnte Pure Fishing bald verkauft werden.

  • Mitchell
  • Abu Garcia
  • Berkley
  • Sébile
  • Penn
  • JRC
  • Spiderwire
  • Stren
  • Shakespeare
  • Hardy (2013 gekauft)
  • Greys (2013 gekauft)
  • Chub (2013 gekauft)

Svendsen Sport

Das dänische Unternehmen Svendsen Sport fokussiert auf die Akquise europäischer Unternehmen. So gehört etwa die deutsche Kultmarke DAM dazu.

  • Savage Gear
  • Prologic
  • Okuma
  • DAM
  • Effzett
  • Madcat
  • Mad
  • Quick
  • Hansen
  • Scierra
  • Ron Thompson
  • Eiger
  • Water Wolf

Ockert

Ockert aus Deutschland ist seit 1945 Hersteller von mono- und multifilen Schnüre aus Nylon, Polyester, Dyneema, Kevlar & Co. Das bayerische Unternehmen produziert nicht nur technische Zwirne für die Industrie, sondern auch Schnüre fürs Kitesurfen sowie für den Angelsport. Seit 2006 ist Ockert im Besitz der bekannten Rutenschmiede Sportex und seit 2016 gehört auch die britische Marke Kryston (bekannt für geflochtene Vorfächer) dazu.

  • Sportex (2006 gekauft)
  • Tica
  • Kryston (2016 gekauft)
  • Climax

Zebco

Namensgebend für Zebco war „The Zero Hour Bomb Company“ aus Oklahoma, ein Zeitzünder-Hersteller für den Bergbau. 1949 kaufte das Unternehmen die Konstruktionsidee für eine Angelrolle vom texanischen Uhrmachers R. D. Hull und wurde damit zu Zebco. 1986 kaufte Zebco den deutschen Angelgeräte-Hersteller Witt & Führmann, der danach unter Zebco Deutschland firmierte. Aufgrund eines Eigentümerwechsels waren Zebco USA und Deutschland (bzw. Europa) nach der Jahrtausendwende fast zehn Jahre voneinander getrennt, bis sie 2011 unter Zebco Brands wieder vereint wurden.

  • Browning
  • Quantum
  • Radical
  • Black Cat
  • Rhino (+ Rhino Trolling)
  • Zebco
  • Van Staal
  • Fin-Nor
  • Mr. Pike
  • Magic Trout
  • Hybrid

Rapala VMC Corp.

Was 1936 in Finnland mit einem handgeschnitzten Wobbler aus Kork begonnen hat, ist heute ein börsennotierter Angelgeräte-Konzern mit 253 Millionen Euro Umsatz mit Sitz in Helsinki. Seit der Jahrtausendwende kauft Rapala Marken und Unternehmen zu, etwa den französischen Hakenhersteller VMC. Die Liste der Akquisitionen ist mittlerweile sehr lange. Interessant: 2011 kaufte Rapala VMC 50 Prozent der Shimano UK Ldt. (UK Distribution von Shimano) und gründete ein Joint-Venture.

  • Rapala
  • VMC (2000 gekauft)
  • Sufix (2008 gekauft)
  • Blue Fox
  • Storm (1999 gekauft)
  • Williamson Lures (2004 gekauft)
  • Luhr Jensen (2005 gekauft)
  • Dynamite Baits (2010 gekauft)
  • Carp Spirit
  • Marttiini (2005 gekauft)

Fox International Group Ltd.

Unternehmensgründer Cliff Fox startete in den 60er Jahren mit dem ersten Produkt, einem metallenen Lineal mit integrierten Brittelmaß-Angaben speziell für Matchfischer. Heute umfasst das Portfolio von Fox mit Hauptsitz in Essex/UK mehr als 3.000 Produkte.

  • Fox
  • Fox Rage (Predator, Cat)
  • Matrix
  • Salmo (2016 gekauft)
  • Spomb (2018 gekauft)

Gamakatsu

Der 1955 gegründete japanische Hakenhersteller Gamakatsu expandierte 1992 in die USA. Spro (1994 in den Niederlanden gegründet) fungiert als Europa-Distributor und wird laut Angaben von Gamakatsu als Mitglied der Unternehmensgruppe geführt.

  • Spro
  • Gamakatsu
  • Strategy
  • Cresta

Sänger

Seit 1959 stellt das deutsche Familienunternehmen in der Nähe von Frankfurt am Main Rollenlager für die Industrieanlagen und Maschinen her. Zwanzig Jahre später, als Hans-Jürgen Sänger, Sohn des Gründers, die Firma übernahm, kam die Produktion von Pilkern und sonstigem Meeresangelzubehör dazu. Unter anderem in Kooperation mit dem Meeresguru Dieter Eisele. Zwischen 1990 und 2004 fungierte Sänger zudem als Distributor für Marken wie Abu, Berkley, Shimano, Shakespeare, Storm und Rapala in Deutschland. 2004 änderte man die Firmenphilosophie und entwickelte folgende Eigenmarken:

  • Iron Claw
  • MS Range
  • Anaconda
  • Unicat
  • Iron Trout
  • P.F.S.
  • Aquantic
  • Doiyo

Globeride

Der 1958 in Japan gegründete und an der Börse von Tokio notierte Konsumgüterkonzern bedient gleich mehrere Hobbies: Tennis mit der Marke Prince, Golf unter anderem mit GIII, den Radsport mit Bottecchia und Angeln mit Daiwa.

  • Daiwa
  • Cormoran (Cormoran wickelt den Deutschland-Vertrieb für Daiwa ab)

Du willst mehr Infos zur Welt der Angelmarken? Dann hör‘ dir die Podcast-Folge über die EFTTEX 2017 in Budapest an!

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